"Ich hatte nicht einmal ein zweites Millie-Buch erwartet." Kinder- und Jugendbuchautorin Dagmar Chidolue im Interview

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Huhu!

Ist es bei euch auch so kalt wie bei mir? Ich war gestern auf dem Quidditch-Platz in München, dort sind nämlich die Deutschen Quidditch-Winterspiele 2017, und wenn man den ganzen Tag beim eisigsten Schneewetter am Platz steht und die Münchner Wolpertinger anfeuert, wird es ganz schön kalt. Vielleicht ungefähr so kalt, wie Millie es in "Millie am Nordpol" hatte. Oder Dagmar Chidolue bei ihrer Recherchenreise am Nordpol. Sie ist die erste Autorin, deren Bücher ich regelrecht "gesuchtet" habe und sie hat mir erfreulicherweise ein paar Fragen beantwortet!

Viel Spaß beim Interview!

HdbB: Woher kommt die Millie-Idee? Haben Sie ein Vorbild für Millie und auch die anderen Charaktere oder sind sie frei erfunden? 
Dagmar Chidolue: Das erste Buch "Millie in Paris" wurde zum einen von Nachbarskindern ausgelöst, und dann kam noch eine Familienreise nach Paris dazu, mit meinen Kindern, die damals ja auch noch klein waren.
 
HdbB: Verarbeiten Sie in den Büchern Autobiographisches mit, falls ja, sind Sie bereit, ein paar Details für meine Leser zu lüften? 
Dagmar Chidolue: Meine ersten Bücher waren alle autobiographisch ... "Das Maisfeld", "Juls Haus", "Fieber oder der Abschied der Gabriele Kupinski", "Zuckerbrot und Maggisuppe", "Liebe ist das Paradies."

 
HdbB: Haben Sie die Orte, an denen Millie Urlaub macht, alle selber bereist? 
Dagmar Chidolue: Natürlich muss ich die Millie-Reisen selber machen, denn sonst wären die Geschichten drin - sozusagen - "gelogen". Deshalb war ich auch schon echt (!) am Nordpol.



HdbB: Von Ihrem ursprünglichen Beruf (Wirtschaft und Steuerberatung bzw. bei einem Bankenverband) und Studium (Jura und politische Wissenschaften) ist es ja ein großer Sprung zu Jugendbüchern. Was hat Sie damals bewogen, Ihr erstes Buch "Das Maisfeld" zu schreiben und zu veröffentlichen? 
Dagmar Chidolue: Meinen "ursprünglichen" Beruf habe ich immer gehabt, solange, bis ich in Rente ging. Ich habe jahrelang nur nebenbei geschrieben. Mein erstes Buch habe ich spontan angefangen, aus Langeweile.

 
HdbB: Planen Sie ihre Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich die Geschichte auch mal? 
Dagmar Chidolue: Ich habe, bevor ich mit einem neuen Buch anfange, ein fertiges Konzept, aber manchmal kommt eine Idee auch dazwischen und ich muss einiges ändern.

 
HdbB: War es von vornherein geplant, dass Millie so eine lange Serie wird oder hat sich das vom Erfolg aus so ergeben? 
Dagmar Chidolue: Nein, ich hatte keine Ahnung, dass "Millie" läuft und läuft, hatte nicht einmal ein zweites Buch erwartet.


HdbB: Es gibt ja die Kinderbuchserie "Der kleine Nick" (René Goscinny), das eine ähnliche Handlung wie die Millie-Bücher hat. Diese Reihe wurde erfolgreich verfilmt. Hat schon einmal jemand daran gedacht, Millie zu verfilmen und sich die Filmrechte gesichert? 
Dagmar Chidolue: Der eine oder andere Redakteur hat schon mal an eine Verfilmung gedacht, aber das Fernsehen hat wohl kein Geld dafür. Alle Rechte, auch die Filmrechte, liegen beim Verlag.


 
HdbB: Von Friedrich Schiller erzählt man, dass seine Schublade immer mit faulen Äpfeln gefüllt sein musste, weil ihm dieser Geruch gut tat und er ohne ihn nicht leben und arbeiten könne. Haben Sie eine Marotte oder eine bestimmte Schreibroutine? 
Dagmar Chidolue: Eigentlich nicht, aber ich kann wirklich nur "richtig" schreiben, wenn ich an meinem Schreibtisch und vor dem PC sitze ... und auf meinem Stuhl.

 
HdbB: Schreiben Sie die Bücher für jemand Bestimmtes, zum Beispiel Ihre Töchter, die mittlerweile ja auch schon groß sind? 
Dagmar Chidolue: Nein, nein, eigentlich schreibe ich die Bücher zuvorderst nur für mich ... und dann auch für die Millie-Leser.

 
HdbB: Millie hat in den verschiedenen Ländern, die sie bereist, immer Kontakt zur Landessprache bekommen. Welche Sprachen haben Sie gelernt und wie gut beherrschen Sie diese jetzt noch? 
Dagmar Chidolue: Na ja, ich kann ziemlich gut Englisch. Mein Latein ist wohl komplett weg, und Französisch habe ich einfach aufgegeben.

 
HdbB: Hatten Sie neben Familie, Beruf und Schriftstellerei noch Zeit für andere Beschäftigungen, wenn ja, welche? 
Dagmar Chidolue: Nein, ich mache sonst nichts, außer lesen, klar.

 
HdbB: Sie sind ja in einem Alter, wo Andere sich schon längst zur Ruhe gesetzt haben und nichts mehr tun. Wie sind Ihre privaten und beruflichen Pläne für die Zukunft? 
Dagmar Chidolue: Schreiben, schreiben, schreiben, solange es geht und die Sachen auch noch gedruckt werden.

 
HdbB: Und noch zum Abschluss: Welche Schuhgröße haben Sie? 
Dagmar Chidolue: Och nee!

Vielen Dank für das Interview, mir hat es richtig Spaß gemacht und ich hoffe, euch auch!






P.S.: Ich habe geplant, jeden dritten Sonntag im Monat ein Interview zu veröffentlichen. Ihr könnt also gespannt sein!

Kommentare:

  1. Wow... Quidditch... :D hat dich Lioba also mal mitgenommen. Und, wie ist es ausgegangen? :P (Oh, und sag Lioba, wenn du sie siehst, ich habe immer noch keine Quidditch Mannschaft an meiner Schule gegründet, das wird wohl nix...
    Ich hab noch kein einziges Millie-Buch in meinem ganzen Leben gelesen. Ich glaube, ich mach das einfach mal, in die Bibliothek gehen und alle Millie-Bücher abräumen... Und wie kommst du eigentlich dazu, dich mit Dagmar Chidolue zu treffen? :P

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    1. Haha, nicht mitgenommen, ich bin selbst gefahren :-P. Bis ich sie seh, ist es Frühling :-D, aber ich schreibs ihr ^^.

      Die Millie-Bücher sind super! Lies sie unbedingt!

      Es war ein E-Mail-Interview :D. Ein Treffen wäre cool gewesen, aber logistisch bzw. zeitlich kaum machbar, da sie ja bei Frankfurt wohnt.

      Liebe Grüße
      Mila

      P.S.: Sie haben den 13. Platz gemacht, die Rheinos Bonn haben gewonnen.

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    2. Sag mal Mila, kannst du dann auch schon verkehrsgerecht wenden? :P
      Halt, dann kann ich es ihr ja auch selbst schreiben!

      Aber ein Interview überhaupt ist auch cool. Wenn ich mal aktiver auf meinem Blog bin, muss ich das unbedingt auch machen (aus Prinzip, weil ich jetzt Minderwertigkeitskomplexe habe, wenn eine dreizehnjährige vor mir auf die Idee kommt :P).

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    3. *Dreizehnjährige, muss ja schon der deutschen Grammatik folgen.

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    4. Hahaha :-D. Ich muss nicht wenden ^^

      Ja, unbedingt! Ich freue mich dann schon auf das Interview mit Yoda oder so! :-)

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    5. Ein Interview mit Yoda! Noch so eine herrlich bekloppte Inspiration! :-)

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  2. Huhu Mila,

    Danke für das geführte Interview

    . nur eine Frage hätte ich da schon noch...wieso hast Du, denn keine Cover gezeigt? ....denn ich bin persönlich eher eine Coverschauerin und auch entsprechend eine Erinnerin.

    LG..Karin...

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    1. Das war gar nicht wirklich beabsichtigt. Das Foto oben war einfach nur ein "Gruppenfoto" meiner Millie-Bücher :-)

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