Das Haus der bunten Bücher: Top oder doch eher FLOP?! Julia Engelmann: "Poesiealbum" (Audio)

Top oder doch eher FLOP?! Julia Engelmann: "Poesiealbum" (Audio)

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Heute ist Heilig Abend! Endlich! Ich bin ja gespannt, wie mein Fest wird, das erste Mal ohne die Familie, im fremden Land, unbekannte Traditionen ... Genau, über Weihnachten bleibe ich auch in Frankreich. Nun aber viel Spaß bei meiner Rezension zu Julia Engelmanns "Poesiealbum"!

Poesiealbum // Geschrieben und gesungen von Julia Engelmann // 14 Titel // 55 Minuten // Audio-CD // Preis: 8,99 // Label: Polydor // Erscheinungsdatum: 3. November 2017

Julia Engelmann ist seit 2013 in Sachen Poetry-Slam ziemlich im Hype. Der Grund dafür ist ihr Auftritt beim Bielefelder Hörsaalslam ↗. Seitdem hat sie drei Bücher herausgebracht (und als CD gesprochen), und nun in ihrem ersten Album hat sie ihre Texte mit Musik verknüpft.

Ich war ziemlich gespannt auf das Album, schließlich mochte ich ihre Texte schon immer. Auf YouTube gab es schon manche Sneak Peeks (das Musikvideo zu "Grüner wird's nicht" ↗ oder "Grapefruit"↗) und ich muss sagen, da waren meine Gefühle schon eher gemischt. "Grüner wird's nicht" klingt am Anfang verwechselnd ähnlich mit "Menschen Leben Tanzen Welt" von Jan Böhmermann und vom Text ähnelt es auch eher Kalendersprüchen. Damit will ich kein Plagiat unterstellen, sondern zeigen, dass "Grüner wird's nicht" halt einfach nur ein weiterer deutscher Popsong ist, der genauso von Tim Bendzko oder Max Giesinger sein könnte. Die Julia Engelmann, die sonst umwerfende Texte schreibt, ging da leider verloren.

In "Kein Modelmädchen" (übrigens mein Lieblingslied) dagegen ist unsere "alte Julia" wiederzufinden und in gewohnter Manier singt sie kritisch über das Verstecken der eigenen Persönlichkeit, damit man anderen gefällt. Man hat auch nicht das Gefühl, aus einem Kalender vorgelesen zu bekommen, denn es steckt eine Nachricht dahinter.

Manche Texte kennt man schon, denn sie sind abgewandelt aus Julia Engelmanns Slam-Texten (in "Eines Tages, Baby") übernommen worden. So zum Beispiel "Das Lied" (Text: "Stille Wasser sind attraktiv"), "Stille Poeten" (Text: "Über stille Poeten"),"Ich kann alleine sein", "Bestandsaufnahme" (Text: "Bestandsaufnahme in drei Teilen").

Die Musik ist bei allen Liedern eingängig und auch während ich diese Rezension schreibe, läuft das Album und ich habe mich nicht nur einmal dabei erwischt, im Takt der Musik auf die Tastatur zu klopfen oder im Rhythmus zu tippen.

Der Titel "Poesiealbum" beschreibt ziemlich genau, was einen erwartet. Songs, wie sie in "Lebensweisheits"-Kalendern stehen oder eben auch Poesiealben. Ich habe die Songs mit den Slamtexten parallel verglichen, während ich das Gesprochene gehört habe und den Song gelesen und gelesen macht es fünf Mal mehr Eindruck als gesungen. Leute, die schon von vornherein keine Fans von Julia Engelmanns Texten sind, werden es hiermit auch nicht. Die tiefsinnigen Texte werden leider durch die Musik zu 0815-Songs verformt.

Frohe Weihnachten euch allen und viele Grüße aus Frankreich!

Kommentare:

  1. Wirklich schade... Ich habe sowieso das Gefühl, dass Julia Engelmann langsam aber sicher in diese 0815-Richtung rutscht... Weißt du, was ich meine? Ich hoffe, du hattest schöne Weihnachten!

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    1. Ich weiß was du meinst. Ich glaube, bei ihr ist jetzt einfach die Luft raus. Sehr schade.
      Meine Weihnachten waren sehr schön, natürlich gab es große Unterschiede im Vergleich zu daheim, aber dennoch sehr interessant. Ich würde mich freuen, wenn du mal bei dem Post auf milainternational vorbeischaust:
      http://milainternational.blogspot.fr/2017/12/heilig-abend-in-frankreich.html
      Und du? Wie war dein Fest?

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